Fahren Verkehrsplaner jemals Rad?!

Auch wenn ja letzte Woche nicht genug Radfahrende für unsere Critical Mass Viersen zusammen kamen, hat sich der Abend dennoch zu einem wahren Augenöffner entwickelt.

Leute aus der Radfahrertruppe bei Miteinander – Füreinander Viersen gaben eine kleine Besichtigungstour über Planungsfehler am fertig gestellten Teil des innerstädtischen Erschließungsringes, der erst kürzlich mit viel Pomp eröffnet wurde.

Nun ja, das, was uns die fidelen Senioren und Seniorinnen auf ihren Rädern zeigten, verschlägt mir immer noch die Sprache! Anstatt einmal in die guten Ratschläge des lange vorliegenden Verkehrsentwicklungsplanes zu gucken, wie man es bei einer völlig neuen Straße richtig macht, um für faire Bedingungen für Radfahrende zu sorgen, hat die Viersener Stadtplanung genauso geplant und gebaut, wie in den tiefsten 70’ern und 80’ern.

Doch nicht nur das!
Man hat natürlich neue Bettelampeln hingestellt, die erst nach Betätigung die Querung über die Freiheitsstraße und über die Brüsseler Allee zulassen, natürlich nachdem die Autos einen Durchgang lang an einem vorbeigerauscht sind. Am allerbesten ist jedoch die Platzierung der Bettelampeln! Konsequent stehen die Bettelampeln mind. 2 m von jeder Fahrradspur entfernt. Da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Auch über die absurd kurze Grünphase der Bettelampeln von teilweise nur 4 sec.!

Zusätzlich hat die Stadt extra fiese Bordsteinabsenkungen bei den Querungsanlagen verbaut, die durch ihre konkave Form jede Bandscheibe jubilieren lassen!

Und selbstverständlich wurde direkt neben dem separaten Radweg (warum keine Schutzstreifen auf einer insgesamt breiteren Fahrbahn?!) schön Bäume gepflanzt, die in 20 Jahren oder früher mit ihren Wurzeln für den gleichen Fahrkomfort sorgen werden, wie an der Viersener Straße beispielsweise. Da kann man wirklich nicht mehr aufhören mit der Kopfschüttelei…

Das mit den Bushaltestellen mitten auf dem Radweg wollen wir mal außen vor lassen, aber warum müssen Bürger*innen, die die Fahrradboxen am P&R Parkplatz benutzen, einen 300 m Umweg machen, um über die Brüsseler Allee zu kommen, damit diese dann vorschriftsmäßig in Richtung Innenstadt fahren dürfen? Warum gibt es keine Querung über die Brüsseler Straße direkt auf der Höhe der Fahrradboxen? Es ist nicht zu fassen!!

Aber seht selbst:

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Dies ist kein Witz! Mind. 2 m Abstand zwischen Bettelampel und Fahrradspuren! So macht auch links abbiegen richtig Freude!
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Auch hier wieder eine Bettelampel mit mind. 2 m Abstand zur Fahrradspur. Diese Bettelampel und ihre Freunde haben nur 4 sec. grün!
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Kann man vielleicht nicht gut erkennen, aber diese konkaven Übergänge wurden überall angelegt und sind echt hart zu fahren…
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Hier kann man den „Komfortübergang“ besser sehen…
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Ein schlechter Witz! Wenn ich meine Fahrrad aus der Radbox hole und dann in die Stadt möchte, muss ich bis zum braunen Haus da hinten fahren, um die Brüsseler Allee endlich queren zu können. Fast 300 m Umweg!!!
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Das Baumpflanzungen direkt am Radweg keine tolle Idee sind, sollte eigentlich klar sein. Die Stadt hat ja jetzt schon kein Geld, um die Wurzelschäden an den alten Radwegen zu sanieren. Hier wird man in 20 Jahren auch kein Geld dafür haben, wetten?
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Echt toll! Eine Bushaltestelle genau dort, wo eigentlich der Radweg verlaufen sollte…

Es ist abzusehen, dass Nachbesserungen von der Politik abgelehnt werden, weil ja kein Geld mehr übrig geblieben ist. Damit wird die massive Unfairness in Viersen gegenüber den Radfahrenden konsequent fortgeschrieben, und dass mit Fördermitteln!

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2 Gedanken zu “Fahren Verkehrsplaner jemals Rad?!

  1. Schade eigentlich, denn es sind ja neue Verkehrsplaner gewesen die diese seltsamen Lösungen zustande gebracht haben. Aber die Ära „Bildhauer“ hat ja so manche Überraschungen und Altlasten, nicht nur personell mit sich gebracht. Dabei ist Viersen Innerstädtisch, noch Klagen auf hohem Niveau. Wer schon einmal versucht hat, aus Viersen Innenstadt nach Süchteln oder gar Dülken Innenstadt zu kommen, der braucht gute Nerven und festsitzende Zähne/Zahnprothesen. Nach Dülken hin geht es ja gerade noch, denn es gibt ja eine Ampel in Höhe der Autobahn, dieses Privileg hat der Radfahrer aus Dülken kommend nicht. Dafür gibt es in Dülken nur fehlende Fahrradwege auf der Viersener Straße oder Bodelschwinghstraße; jedoch Fahrradwege um Dülken herum. Vielleicht, weil man den Radfahrern nicht das Kopfsteinpflaster oder das rutschige rote Pflaster zumuten wollte, wo er doch schon den Zweikampf auf engen Straßen erfolgreich durchgestanden hat. Aber Schnickschnack: Jeder der schon mal die Moselradtour von Trier nach Koblenz gefahren ist, weiß um die fehlenden Radfahrwege vom Bahnhof aus zur Mosel. Und das ist sogar eine Studentenstadt, in der nicht nur BWL studiert wird.

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  2. In Viersen liegt tatsächlich einiges im Argen, besonders ärgerlich bei den wirklich schlechten Neubauten. Die Verursacher dieser Katastrophe sind leider sehr schweigsam.

    Sehr geehrter Herr Mengel,
    sehr geehrter Herr Droste,

    nun sind viele Arbeiten am Bahnhof abgeschlossen. Ihre Planung und die
    Ausführung derselben ist noch immer erbärmlich.

    Die Radwege entsprechen gerade den Mindestanforderungen und werden an
    Bushaltestellen als gemeinsame Geh- und Radwege geführt. Was soll das?
    Und alle paar Meter muss man den Radweg verlassen um Bettelampeln zu
    benutzen, die selbst bei kaum vorhandenem Fahrbahnverkehr ewig warten
    lassen und bestenfalls ein paar Sekunden „grün“ für Rad- oder Fußverkehr
    zeigen.

    Zu alledem haben Sie auch noch rechtswidrig die Benutzungspflicht
    angeordnet. In welcher Parallelwelt könnte man am der neuen Ringstraße
    eine besondere Gefahrenlage erkennen? Haben sie diese nach Lust und
    Laune angeordnet? Oder liegt es am besonderen Schlag der asozialen
    rheinländischen KraftfahrerInnen?

    Wie Sie sich leicht überzeugen können, ist die Radabstellanlage bereits
    recht gut ausgelastet. Dagegen verirren sich offenbar nur gelegentlich
    vereinzelte KFZ auf den etwa dreimal so großen – immerhin
    kostenpflichtigen – Parkplatz auf der Westseite des Bahnhofs. Vielen
    Dank, das Sie für ein Paar Parkplätze übertrieben viel Fläche vorsehen.

    Zwischen Lessingstraße und Ring erdreistet sich zu allem noch jemand aus
    Ihrer nutzlosen Verwaltung ein gelbes Umleitungsschild mitten auf den
    benutzungspflichtigen Radweg zu stellen. Vielleicht verteilen Sie auch
    noch ein Paar Reißzwecken oder Scherben um diesen Mist abzurunden.

    Nicht nur Ihre Bestands-Rad- und Fußinfrastruktur sind jenseits einer
    möglichen Beschreibung in deutscher Sprache, auch die Neubauten sind mit
    „boshaft“ noch nicht hinreichend abqualifiziert.

    Mit freundlichen Grüßen

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